FAQ

PRINCE2®

PRINCE2 war bis 2025 eine reine Projektmanagement-Methode. Die Abkürzung stand für „Projects in Controlled Environments“. Die Best Practice Methode wurde 1996 erstmals in der heutigen Struktur veröffentlicht.
Seit 2026 steht sie für eine vollständige Suite an Best-Practice-Methoden im Zusammenhang mit Projektmanagement. Neben der in PRINCE2 Projektmanagement umbenannten Projektmanagement-Methode zählen nun auch die weiteren Methoden PRINCE2 Programmmanagement, PRINCE2 Portfoliomanagement und PRINCE2 Agile dazu.

PRINCE2® Projektmanagement gehört zu den weltweit führenden Best-Practice-Methoden im Projektmanagement. Hinter dem Zertifizierungsmodell steht PeopleCert als Rechteinhaber. Der Einstieg erfolgt über eine „Foundation“-Zertifizierung, darauf baut der „Practitioner“ auf.
Die Methode selbst können Sie jedoch unabhängig davon lizenzfrei in Ihrer Organisation einsetzen.
Was PRINCE2® Projektmanagement besonders stark macht: Sie passen die Methode an ihre Projekte an, nicht umgekehrt. Statt starrer Vorgaben arbeiten Sie mit klaren Grundprinzipien und legen klare Leitplanken fest. Das funktioniert in großen, komplexen Projekten genauso wie in kleinen oder agilen Setups.
Im Kern geht es weniger um die Fähigkeiten einzelner Projektmanager, sondern um ein stabiles System: klare Rollen, saubere Verantwortlichkeiten und Entscheidungen auf der richtigen Ebene.
Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, vereinbaren Sie einen unverbindlichen Termin mit mir oder schreiben Sie mir eine E-Mail an info@resilient-projects.com

PRINCE2® Projektmanagement hat seinen Ursprung in praktischen Problemen der Projektsteuerung, konkret in IT-Projekten der 1970er Jahre.

Der ursprüngliche Ansatz war PROMPT (Project Resource Organisation Management Planning Technique). Ziel war es, Projekte strukturierter zu planen und zu steuern, da viele Vorhaben an unklaren Verantwortlichkeiten, fehlender Kontrolle und mangelnder Transparenz scheiterten.
Ende der 1980er Jahre entwickelte die britische Regierungsbehörde Central Computer and Telecommunications Agency (CCTA) auf dieser Grundlage den Standard PRINCE.

PRINCE war zunächst ausschließlich für IT-Projekte im öffentlichen Sektor gedacht und entsprechend stark darauf zugeschnitten. In der Anwendung zeigte sich jedoch, dass PRINCE:

  • für viele Projekte zu aufwendig war
  • zu stark auf IT-Projekte fokussiert blieb
  • sich nur eingeschränkt auf andere Projekttypen übertragen ließ

 

Als Reaktion darauf wurde 1996 PRINCE2 veröffentlicht. Die Methode wurde gezielt so überarbeitet, dass sie:

  • unabhängig vom Projekttyp eingesetzt werden kann
  • klar zwischen Steuerung und Durchführung unterscheidet
  • eine einheitliche Struktur für Planung, Entscheidungsfindung und Fortschrittskontrolle bietet

 

In den folgenden Jahren wurde PRINCE2 mehrfach aktualisiert (u. a. 2002 und 2005), wobei Rückmeldungen aus der praktischen Anwendung berücksichtigt wurden. Eine grundlegende Überarbeitung erfolgte 2009.

Dabei wurde die Methode neu strukturiert in:

  • 7 Grundprinzipien (verbindliche Leitlinien)
  • 7 Themen (Anwendungsbereiche des Projektmanagements wie Risiken, Qualität, Fortschritt)
  • 7 Prozesse (Ablaufmodell eines Projekts von Start bis Abschluss)

 
Die nächste wesentliche Weiterentwicklung folgte mit PRINCE2® Projektmanagement Version 7. Diese aktuelle Version greift stärker auf, was Projekte heute zusätzlich prägt: Menschen und Zusammenarbeit, Nachhaltigkeit, digitale Technologien, Daten sowie flexible Lieferansätze.
Damit wird die Entwicklungslinie konsequent fortgeführt: von einer stark IT-orientierten Steuerungsmethode über eine allgemein einsetzbare Projektmanagement-Methode hin zu einem Rahmen, der auch moderne Arbeitsweisen, Daten, Stakeholder-Kommunikation und Nachhaltigkeitsanforderungen berücksichtigt.


Was bedeutet diese Entwicklung für die Anwendung?


Einige zentrale Merkmale lassen sich direkt aus der Entstehungsgeschichte ableiten:

  • Die starke Rolle eines Auftraggebers bzw. Lenkungsausschusses geht auf die Anforderungen des öffentlichen Sektors zurück.
  • Die klare Trennung zwischen Entscheidungs- und Ausführungsebene ist eine Reaktion auf frühere Steuerungsprobleme.
  • Der Fokus auf Business Case und Nutzenbewertung wurde eingeführt, um Projekte regelmäßig auf ihre Berechtigung zu überprüfen.
  • Die definierte Struktur von Managementprodukten (z. B. Business Case, Projektplan, Risikoregister) dient der Standardisierung von Informationen und Entscheidungen.

Auf jeden Fall! Die Methodik wurde zuletzt 2025 aktualisiert. Dabei wurde viel Wert auf das Element „Menschen“ im Projekt gelegt, was auch Veränderungsprozesse und Change Management beinhaltet. Der neu integrierte Digital- und Datenmanagement-Ansatz stellt sicher, dass zu Beginn eines Projekts definiert wird, welche Daten benötigt werden, wer sie bereitstellt, wie sie gesichert werden können und was nach Projektende mit diesen Daten passieren soll.

Die Entwicklungen bezüglich des Einsatzes von Künstlicher Intelligenz (KI) in Projekten wird zudem in häufigeren Updates in zusätzlichen Veröffentlichungen auf dem aktuellen Stand gehalten. 

Die Methode beschreibt implizit, wie KI in Projekten genutzt werden kann und was dabei beachtet werden muss: 

Planung & Forecasts

  • Prognosen zu Zeit, Kosten, Risiken, Qualität
  • Szenarioanalysen 

 

Risikomanagement

  • Mustererkennung in Projektdaten 
  • Frühwarnsysteme 

 

Reporting & Dokumentation

  • Automatisch generierte Statusberichte 
  • Zusammenfassungen für Stakeholder 

 

Entscheidungsunterstützung

  • datenbasierte Entscheidungen 
  • Simulation für Auswirkungsanalysen

Ja, PRINCE2® Projektmanagement und agile Methoden lassen sich gut miteinander kombinieren, weil sie unterschiedliche Schwerpunkte haben:

  • PRINCE2® Projektmanagement ist stark auf der Managementebene von Projekten
  • Agile Methoden haben ihren Schwerpunkt bei der konkreten Umsetzung im Team

 

Produktorientierter Ansatz

  • Ergebnisse werden als klar definierte Produkte beschrieben 
  • Anforderungen können schrittweise konkretisiert werden (progressive Detaillierung) 
  • Fokus liegt auf dem tatsächlichen Nutzen, nicht auf vollständiger Spezifikation zu Beginn 

 

Steuern über das Ausnahmeprinzip

  • Verantwortung wird an das Team delegiert, innerhalb klar definierter Toleranzen 
  • Der Projektmanager greift nur ein, wenn vereinbarte Grenzen überschritten werden 
  • Das schafft Freiraum für selbstorganisiertes Arbeiten 

 

Anpassen an den Projektkontext

  • PRINCE2® Projektmanagement verlangt explizit die Anpassung an das jeweilige Projekt 
  • Rollen, Dokumente, Prozesse und Terminologie können entsprechend angepasst werden 
  • Das ermöglicht die Integration agiler Arbeitsweisen ohne methodische Konflikte 

 

Steuern über Managementphasen

  • Projekte werden in steuerbare Abschnitte unterteilt 
  • An Phasenübergängen erfolgen Review, Planung und Entscheidungsfindung 
  • Innerhalb einer Phase können agile Iterationen (z. B. Sprints) eingesetzt werden 

 

Managementphasen und Sprints erfüllen unterschiedliche Zwecke, können aber sinnvoll kombiniert werden.

Fortlaufende geschäftliche Rechtfertigung

  • Der Business Case wird während des gesamten Projekts überprüft 
  • Entscheidungen werden auf Basis von Nutzen, Kosten und Risiken getroffen 
  • Besonders bei mehreren Teams sorgt dies für eine übergreifende Steuerung 

Für Projekte im agilen Umfeld empfiehlt sich PRINCE2® Agile. PRINCE2® Agile wurde entwickelt, um PRINCE2® Projektmanagement gezielt auf dieses agile Umfeld anzupassen.

Es bietet:

  • konkrete Leitlinien zur Kombination beider Ansätze 
  • Integration typischer agiler Konzepte (z. B. User Stories, Product Owner, Dashboards, Reviews etc.) 
  • praxisnahe Beispiele für Planung, Reviews und Zusammenarbeit

Der Fokus der beiden Projektmanagement-Methoden ist tatsächlich unterschiedlich. 

Zusammengefasst kann man sagen:

PRINCE2 beantwortet: „Wie führen wir Projekte?“
IPMA beantwortet: „Wer ist in der Lage, Projekte zu führen?“

PRINCE2® Projektmanagement beschreibt eine Rahmenstruktur, innerhalb der Projekte erfolgreich sein können. Das beinhaltet ein klares Rollenmodell mit transparenten Entscheidungsstrukturen auf den unterschiedlichen Ebenen. Es setzt zudem stark auf Leadership und Delegation innerhalb klar festgelegter Rahmen (Toleranzen) wie Kosten, Zeit, Qualität, Umfang, Risiko.

Das Zertifizierungsmodell hat 2 Stufen: Foundation und Practitioner. Es fragt Wissen und Methodik ab. Es gibt kein Assessment. Voraussetzungen für die Foundation-Zertifizierung gibt es nicht.

IPMA dagegen ist ein Kompetenzmodell. Die Methodik richtet sich stark auf individuellen Fähigkeiten eines Projektmanagers, der durch Erfahrung weiß, wie er in typischen Projektsituationen handeln sollte. 

Zertifizierungen testen nicht nur Wissen, sondern auch die Erfahrung des Projektmanagers. Es gibt Assessments. Die Zertifizierungen sind:

Level D – Wissen 

Level C – Projektmanager 

Level B – Senior PM 

Level A – Programme/Portfolio Director

Ein wesentlicher Unterschied ist auch die Rolle des Lenkungsausschusses (Steering Committee).

PRINCE2® Projektmanagement erfordert einen Lenkungsausschuss, der die oberste Entscheidungsebene im Projekt innehat und für den Projekterfolg rechenschaftspflichtig ist. Er setzt die obersten Leitplanken im Projekt und ist dabei aus 3 Stakeholdergruppen zusammengesetzt: Vertretern des Business, der Benutzer- und der Lieferantenseite.

Für Organisationen liegt darin ein großer Vorteil, weil damit eine klare Governance-Struktur vorhanden ist und eine starke Schnittstelle zwischen Projekten und strategischen Business-Zielen geschaffen wird.

In IPMA ist ein Lenkungsausschuss optional. Er ist einer der Stakeholder, die vom Projektmanager berücksichtigt werden müssen. Projekte liegen hier in der obersten Verantwortung des Projektmanagers.

PRINCE2®-Prüfung & -Vorbereitung

Die PRINCE2® Foundation-Prüfung ist gut machbar, sie ist aber sie ist kein Selbstläufer.

Es handelt sich um eine Multiple-Choice-Prüfung mit 60 Fragen, von denen mindestens 36 richtig beantwortet werden müssen (60 % Bestehensgrenze).

Die Prüfung testet vor allem zwei Dinge:

  • Ihr Wissen über Begriffe, Rollen und Managementprodukte 
  • Ihr Verständnis der zugrunde liegenden Konzepte (z. B. Zweck von Prozessen oder Anwendung von Grundprinzipien) 

Ein Teil der Fragen prüft reines Faktenwissen. Viele Antwortoptionen orientieren sich eng am offiziellen Handbuch. Eine gezielte Vorbereitung ist daher wichtig.
Ein weiterer Teil der Fragen erfordert, dass Sie die Inhalte wirklich verstanden haben und erklären, einordnen und wiedererkennen können.

Aus meiner Erfahrung als Trainerin gilt:

  • Auch Einsteiger können die Prüfung beim ersten Versuch bestehen.
  • Erfahrung im Projektmanagement allein reicht nicht aus.
  • Wer strukturiert lernt, hat sehr gute Erfolgschancen.

 

Offizielle PRINCE2® Projektmanagement Foundation Musterexamen

Möchten Sie ein Gefühl für die Prüfung bekommen?
Hier finden Sie die offiziellen Musterexamen:

PRINCE2® Projektmanagement Foundation – Kurz und bündig

Für eine effiziente Vorbereitung haben wir ein kompaktes Lernbuch entwickelt. Das Buch ist von PeopleCert offiziell lizenziert.
Es enthält ausschließlich die Inhalte, die für die Foundation-Prüfung wirklich relevant sind, basierend auf dem offiziellen Handbuch, dem offiziellen Lernkanon und unserer langjährigen Trainingserfahrung. 

So sparen Sie Zeit und lernen gezielt auf das Examen hin.